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GRUNDLAGEN DER HOLZSCHRAUBENMECHANIK

KLEMMKRAFT

Die drei nachstehenden Ausführungen zeigen, wie sich die Position des Schraubengewindes auf die Klemmkraft zwischen zwei Holzteilen auswirkt.
Drei Holzschraubenverbindungen, die zeigen, wie sich die Position des Gewindes und eine Durchgangsbohrung auf die Klemmkraft zwischen zwei Holzteilen auswirken
Die Ausführung links erzeugt Klemmkraft, da das Schraubengewinde nur im unteren Holzteil greift. Bei der mittleren Ausführung greift das Gewinde auch im dickeren oberen Teil, sodass die Schraube die beiden Teile nicht fest gegeneinander ziehen kann. Bei der Ausführung rechts wurde im oberen Teil eine Durchgangsbohrung vorgebohrt. Da das Gewinde dort nicht greift, kann die Schraube das obere Teil fest gegen das untere Teil ziehen und Klemmkraft erzeugen.
Um die Klemmlänge einer Holzschraube zu bestimmen, addieren Sie die Länge des gewindelosen Schafts und die Länge eventuell vorhandener Fräsrippen. Alternativ können Sie die Gewindelänge von der Gesamtlänge der Schraube abziehen.

SPALTEN DES HOLZES

Werden Holzschrauben ohne Vorbohren eingesetzt, können viele Holzarten entlang der Faserrichtung aufspalten. Ist nicht genügend Raum für die Schraube vorhanden, verdrängt das Gewinde das umliegende Holz. Der dadurch entstehende seitliche Druck, auch Radialkraft genannt, kann die Festigkeit des Holzes überschreiten und zum Aufspalten führen. Dickere Schrauben verdrängen in der Regel mehr Material, sodass das Spaltrisiko mit zunehmendem Schraubendurchmesser steigt.
Herkömmliche Holzschrauben erzeugen aufgrund von Unterschieden beim Kerndurchmesser und bei der Gewindeschärfe normalerweise höhere Radialkräfte als Spanplattenschrauben. Moderne Holzschrauben wie MaxxFast und HECO TOPIX verwenden Schneidspitzen, Moon-Cut-Spitzen oder Fräsrippen, um beim Einschrauben weniger Material zu verdrängen oder abzutragen. Dadurch wird das Holz weniger belastet und das Spaltrisiko reduziert.
Das Holz kann dennoch aufspalten oder die Schraube kann brechen, wenn sie zu nah an einer Kante positioniert, ohne geeignete Vorbohrung eingesetzt oder zu tief eingedreht wird.
Drei Holzschraubenausführungen, die zeigen, wie Schneidspitzen und Fräselemente Platz im Holz schaffen und das Spalten in Kantennähe reduzieren

EMPFOHLENE VORBOHRDURCHMESSER FÜR HOLZSCHRAUBEN

Eine Vorbohrung im unteren Werkstück reduziert die von der Schraube ausgeübten Radialkräfte und hilft, ein Aufspalten des Holzes zu verhindern. Eine Durchgangsbohrung im oberen Werkstück verhindert, dass das Gewinde dort greift. Dadurch kann die Schraube beide Teile zusammenziehen und Klemmkraft erzeugen.
Schraubendurchmesser (mm) Vorbohrung Weichholz (mm) Vorbohrung Hartholz (mm) Durchgangsbohrung (mm)
3,0 2,0 2,5 3,5
3,5 2,5 3,0 4,0
4,0 2,5 3,0 4,5
4,5 3,0 3,5 5,0
5,0 3,5 4,0 5,5
6,0 4,0 4,5 6,5
8,0 5,5 6,0 9,0
10,0 7,0 8,0 11,0
Diese Abmessungen sind allgemeine Richtwerte. Beachten Sie stets die Montagehinweise des Schraubenherstellers und testen Sie den gewählten Durchmesser im tatsächlich verwendeten Holz. Die Dichte kann sich zwischen verschiedenen Holzarten und sogar zwischen einzelnen Materialchargen erheblich unterscheiden.

HOLZSCHRAUBENTYPEN IM VERGLEICH

Merkmal Herkömmliche Holzschraube Spanplattenschraube MaxxFast / HECO TOPIX
Gewindeart Einfach, konisch Einfach oder doppelt, häufig Vollgewinde Optimiertes Holzgewinde mit Schneid- oder Fräselementen
Spitzenausführung Gewundene Spitze Scharfe Spitze oder Schneidspitze Moon-Cut-Spitze oder spezielle Schneidspitze
Spaltrisiko Hoch ohne Vorbohren Mittel Niedrig bei sachgerechter Montage
Vorbohren erforderlich? Ja, empfohlen Normalerweise bei Hartholz oder in Kantennähe Häufig nicht erforderlich, abhängig von Holzart, Durchmesser und Randabstand
Klemmkraft Ja, mit gewindelosem Schaft Teilweise, abhängig von der Gewindelänge Hoch, wenn die Ausführung einen Schaft oder Fräsrippen besitzt
Ausziehwiderstand Gut Sehr gut Ausgezeichnet, abhängig von Produkt und Holzart
Montagegeschwindigkeit Langsam, wenn vorgebohrt werden muss Mittel Schnell
Typische Anwendungen Traditionelle Tischler- und Holzarbeiten Möbel, Spanplatten und Plattenwerkstoffe Bauwesen, Zimmerei und konstruktive Holzverbindungen
Schneidspitzen und Fräsrippen moderner Schrauben wie MaxxFast und HECO TOPIX schaffen beim Eindringen der Schraube Raum im Holz. Dadurch werden die Radialkräfte reduziert, die insbesondere bei dichtem Holz und bei Befestigungen in Kantennähe zum Spalten führen können. Beachten Sie bei konstruktiven Anwendungen stets die produktspezifischen Montagevorgaben.

METALL-AUF-HOLZ-MONTAGE

Wird ein hartes Bauteil wie eine Metallplatte, ein Winkel oder ein Scharnier auf Holz befestigt, muss die Schraube sorgfältig eingedreht werden.
Eine Holzschraube bewegt sich bei jeder Umdrehung ungefähr um eine Gewindesteigung nach vorn. Sobald der Schraubenkopf die Metalloberfläche berührt, kann die Zugkraft sehr schnell ansteigen. Wird nach dem Anliegen des Schraubenkopfes ein zu hohes Drehmoment aufgebracht, kann das im Holz geformte Gewinde ausreißen, das Holz beschädigt werden oder die Schraube brechen. Verwenden Sie eine geeignete Vorbohrung und eine kontrollierte Drehmomenteinstellung. Ziehen Sie eine Unterlegscheibe in Betracht, wenn die Last auf eine größere Fläche verteilt werden soll.
Messingfarbenes Metallscharnier, das mit Senkkopf-Holzschrauben an einer Holztür und einem Holzrahmen befestigt ist

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN ZUR MECHANIK VON HOLZSCHRAUBEN

Warum sollte ich vorbohren, bevor ich Holzschrauben einsetze?

Das Vorbohren erfüllt zwei Aufgaben. Es hilft, das Aufspalten des Holzes zu verhindern, indem es die von der Schraube erzeugten Radialkräfte reduziert. Außerdem kann im oberen Werkstück eine Durchgangsbohrung hergestellt werden, sodass das Gewinde dort nicht greift. Dieser freie Durchgang ist entscheidend, damit zwischen den beiden Teilen Klemmkraft entsteht. Ohne geeignete Vorbohrung besteht besonders bei dickeren Schrauben ein erhöhtes Risiko, dass das Holz entlang der Faserrichtung aufspaltet.

Was ist der Unterschied zwischen einer Vorbohrung und einer Durchgangsbohrung?

Eine Vorbohrung wird im unteren Werkstück hergestellt, in dem das Schraubengewinde greifen soll. Sie ist kleiner als der Außendurchmesser des Gewindes und führt die Schraube, während gleichzeitig das Spaltrisiko reduziert wird. Eine Durchgangsbohrung wird durch das obere Werkstück gebohrt und ist etwas größer als der Außendurchmesser des Gewindes, sodass die Schraube frei hindurchgleiten kann. Zusammen sorgen beide Bohrungen dafür, dass die Schraube das obere Teil fest gegen das untere Teil ziehen kann.

Kann ich Holzschrauben verwenden, um Metall auf Holz zu befestigen?

Ja, die Schraube muss jedoch sorgfältig montiert werden. Sobald der Schraubenkopf die Metalloberfläche berührt, steigt die Zugkraft schnell an. Zu starkes Anziehen kann das Gewinde im Holz ausreißen, das Holz beschädigen oder die Schraube brechen. Verwenden Sie eine geeignete Vorbohrung, eine kontrollierte Drehmomenteinstellung und gegebenenfalls eine Unterlegscheibe zur Lastverteilung.

Warum spalten Spanplattenschrauben Holz seltener als herkömmliche Holzschrauben?

Spanplattenschrauben besitzen in der Regel einen dünneren Gewindekern und ein schärferes Gewindeprofil, sodass sie beim Einschrauben weniger Material verdrängen. Moderne Ausführungen wie MaxxFast und HECO TOPIX können zusätzlich Moon-Cut-Spitzen, Schneidelemente und Fräsrippen verwenden, die Raum für die Schraube schaffen und die Kräfte, die das Holz aufspalten können, weiter reduzieren.

Wie berechne ich die Klemmlänge einer Holzschraube?

Addieren Sie die Länge des gewindelosen Schafts und die Länge eventuell vorhandener Fräsrippen. Alternativ können Sie die Gewindelänge von der Gesamtlänge der Schraube abziehen. Die daraus resultierende Klemmlänge gibt die maximale Dicke des oberen Werkstücks an, das vom Gewinde durchquert werden kann, ohne dass dieses darin greift.

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Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
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