Ankermontage – Montagearten und bewährte Vorgehensweisen
Die korrekte Montage von Ankern ist entscheidend, um die vorgesehene Leistungsfähigkeit des Verankerungssystems zu erreichen. Selbst ein korrekt ausgewählter Anker bietet möglicherweise nicht den erforderlichen Widerstand, wenn Bohrloch, Montagetiefe, Anziehen oder Aushärtungsverfahren nicht den vorgegebenen Anforderungen entsprechen.
Die geeignete Montagemethode hängt vom Ankerrtyp, vom Verankerungsgrund, von der Geometrie des Anbauteils und von der Anwendung ab. Die produktspezifischen Montageanweisungen und, sofern zutreffend, die relevante Europäische Technische Bewertung (ETA) sollten stets beachtet werden.
Warum die korrekte Ankermontage wichtig ist
Die Leistungsfähigkeit eines Ankers hängt vom Zusammenspiel zwischen der Befestigung und dem umgebenden Verankerungsgrund ab. Die Montage ist daher ein wichtiger Bestandteil des gesamten Verankerungssystems.
Zu den Faktoren, die die Qualität einer Montage beeinflussen können, gehören:
- Korrekte Bestimmung des Verankerungsgrunds
- Bohrlochdurchmesser und -tiefe
- Bohrverfahren
- Bohrlochreinigung
- Verankerungstiefe des Ankers
- Dicke des Anbauteils
- Montagedrehmoment, sofern vorgeschrieben
- Aushärtezeit bei Verbundankern
- Randabstand und Achsabstand der Anker
- Montagetemperatur und Umgebungsbedingungen
Die Montageanforderungen des jeweiligen Verankerungssystems sollten vor Beginn der Arbeiten geprüft werden.
Vor der Montage eines Ankers
Prüfen Sie vor dem Bohren, ob der ausgewählte Anker für die Anwendung und den Verankerungsgrund geeignet ist.
Wichtige Prüfungen können umfassen:
- Art und Festigkeit des Verankerungsgrunds
- Ob der Beton gerissen oder ungerissen ist
- Die aufgebrachten Zug- und Querlasten
- Erforderliche Randabstände und Achsabstände
- Dicke des Betonbauteils
- Dicke des Anbauteils oder Klemmdicke
- Erforderliche Verankerungstiefe
- Umgebungseinflüsse
- Brand- oder Erdbebenanforderungen, sofern zutreffend
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Das richtige Bohrloch für den Anker herstellen
Durchmesser, Tiefe und Qualität des Bohrlochs können die Montage und Leistungsfähigkeit des Ankers direkt beeinflussen.
Verwenden Sie den für das jeweilige Verankerungssystem vorgeschriebenen Bohrerdurchmesser und das angegebene Bohrverfahren. Die erforderliche Bohrlochtiefe kann größer sein als die effektive Verankerungstiefe und sollte nicht allein anhand der Gesamtlänge des Ankers bestimmt werden.
Der Bohrer muss außerdem für den Verankerungsgrund geeignet sein. Verschlissene oder ungeeignete Bohrer können Bohrlöcher erzeugen, deren Abmessungen außerhalb der vorgesehenen Werte liegen.
Wenn Bewehrung, Spannkabel oder andere eingebaute Leitungen oder Installationen vorhanden sein können, sollte die Bohrstelle vor der Montage geprüft werden.
Bohrloch reinigen
Beim Bohren entstehen Staub und Bohrreste, die die Ankermontage beeinträchtigen können. Eine korrekte Vorbereitung des Bohrlochs ist insbesondere bei Verbund- und chemischen Verankerungssystemen wichtig, da das Verbundmaterial einen wirksamen Kontakt mit der Bohrlochwand benötigt.
Abhängig vom Verankerungssystem kann das vorgeschriebene Verfahren Bürsten, Ausblasen, Absaugen oder eine andere festgelegte Methode umfassen.
Das genaue Reinigungsverfahren sollte stets den Montageanweisungen des Produkts entsprechen, anstatt für jeden Anker dieselbe allgemeine Reinigungsfolge anzuwenden.
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Gängige Montagearten für Anker
Anker können je nach Anbauteil und Anwendung auf unterschiedliche Weise montiert werden. Drei gängige Methoden sind Vorsteckmontage, Durchsteckmontage und Abstandsmontage.
Vorsteckmontage
Bei der Vorsteckmontage, traditionell auch als Vorsteckbefestigung bezeichnet, wird der Anker im Verankerungsgrund montiert, bevor das Anbauteil positioniert wird.

Das Anbauteil wird anschließend über dem installierten Anker positioniert und mit der entsprechenden Mutter, Unterlegscheibe, Schraube oder einem anderen Befestigungselement gesichert.
Diese Methode kann geeignet sein, wenn der Anker selbst nicht durch das zu befestigende Bauteil geführt werden muss.
Durchsteckmontage
Bei der Durchsteckmontage, traditionell auch als Durchsteckbefestigung bezeichnet, wird zuerst das Anbauteil positioniert und anschließend der Anker durch das Anbauteil hindurch in den Verankerungsgrund montiert.

Dies kann die Ausrichtung vereinfachen, da das Anbauteil selbst zur Positionierung der Bohrlöcher verwendet werden kann, insbesondere wenn mehrere Befestigungspunkte erforderlich sind.
Der ausgewählte Anker muss für die Durchsteckmontage geeignet und lang genug sein, um die Dicke des Anbauteils aufzunehmen und gleichzeitig die erforderliche Verankerungstiefe zu erreichen.
Abstandsmontage
Die Abstandsmontage, traditionell auch als Distanzmontage bezeichnet, wird verwendet, wenn das Anbauteil in einem definierten Abstand von der Oberfläche des Verankerungsgrunds positioniert werden muss.

Diese Art der Verbindung kann zusätzliche Biegung oder exzentrische Belastungen in die Verankerung einleiten, da die aufgebrachte Kraft mit Abstand zur Oberfläche des Verankerungsgrunds angreift.
Die daraus resultierenden Belastungsbedingungen sollten daher bei der Auswahl des Ankers und der konstruktiven Bemessung berücksichtigt werden.
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Montagearten auf einen Blick
Vorsteckmontage
Der Anker wird installiert, bevor das Anbauteil positioniert wird. Anschließend wird das Anbauteil über der Befestigung platziert und gesichert.
Durchsteckmontage
Der Anker wird durch das Anbauteil hindurch in den Verankerungsgrund installiert, wodurch sich die Befestigungsposition leichter am Bauteil ausrichten lässt.
Abstandsmontage
Das Anbauteil wird mit Abstand zur Oberfläche montiert, wodurch zusätzliche Biege- oder exzentrische Kräfte in die Verankerung eingeleitet werden können.
Mechanische Anker montieren
Mechanische Anker übertragen Lasten über Mechanismen wie Spreizung, Hinterschneidung oder mechanischen Formschluss in den Verankerungsgrund.
Das Montageverfahren hängt vom jeweiligen Produkt ab. Zu den wichtigen Anforderungen können gehören:
- Vorgeschriebener Bohrlochdurchmesser und vorgeschriebene Bohrlochtiefe
- Erforderliche Verankerungstiefe
- Korrekte Ankerposition
- Vorgeschriebenes Anzugsdrehmoment
- Mindest-Randabstände und Mindest-Achsabstände
- Korrektes Setzverfahren
Spreizanker, die auf kontrolliertem Anziehen basieren, sollten mit dem in der relevanten Produktdokumentation angegebenen Drehmoment montiert werden.
Zu starkes oder zu schwaches Anziehen kann beeinflussen, wie der Anker die vorgesehenen Spreizkräfte entwickelt, und sollte daher vermieden werden.
Chemische Anker montieren
Chemische oder Verbundanker verwenden ein Harz oder einen Verbundstoff, um Lasten zwischen dem Ankerelement und dem umgebenden Verankerungsgrund zu übertragen.
Bei der Montage müssen in der Regel folgende Punkte sorgfältig kontrolliert werden:
- Bohrlochdurchmesser und -tiefe
- Verfahren zur Bohrlochreinigung
- Vorbereitung und Einbringen des Harzes
- Einsetzen des Ankerelements
- Montagetemperatur
- Aushärtezeit
- Belastung des Ankers nach dem Aushärten
Das genaue Montageverfahren unterscheidet sich je nach System und sollte stets den Anweisungen für das ausgewählte Produkt entsprechen.
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Das richtige Montagedrehmoment
Einige mechanische Verankerungssysteme benötigen ein bestimmtes Anzugsdrehmoment, um den vorgesehenen Montagezustand zu erreichen.
Wenn ein Drehmomentwert vorgeschrieben ist, sollte geeignetes drehmomentgesteuertes Werkzeug verwendet und die produktspezifische Vorgabe eingehalten werden.
Es gibt kein universelles Montagedrehmoment für Betonanker. Der korrekte Wert hängt von Ankerrtyp, Durchmesser, Material und Konstruktion des Befestigungssystems ab.
Aushärtezeit bei chemischen Ankern
Verbundanker müssen ausreichend aushärten, bevor die Verankerung belastet wird.
Die Aushärtezeit kann stark von der Temperatur des Verankerungsgrunds und der chemischen Zusammensetzung des Verankerungssystems abhängen. Niedrigere Temperaturen können deutlich längere Aushärtezeiten erforderlich machen.
Die in den jeweiligen Montageanweisungen angegebene Aushärtezeit sollte daher eingehalten werden, bevor die Bemessungslast aufgebracht wird.
Dicke des Anbauteils und Ankerlänge
Die Dicke des zu befestigenden Bauteils ist Bestandteil der Ankerauswahl, insbesondere bei der Durchsteckmontage.
Der ausgewählte Anker muss die gesamte Befestigungskonstruktion aufnehmen können und gleichzeitig die erforderliche Verankerungstiefe im Verankerungsgrund erreichen.
Bei der Montage müssen möglicherweise folgende Punkte berücksichtigt werden:
- Dicke des Anbauteils
- Unterlegscheiben
- Ausgleichselemente
- Dämmung oder Zwischenschichten
- Erforderliche Verankerungstiefe
- Gewindeeingriff
Die Verwendung eines zu kurzen Ankers kann dazu führen, dass die erforderliche Verankerungstiefe nicht erreicht wird.
Häufige Fehler bei der Ankermontage
Montagefehler können die Zuverlässigkeit eines Verankerungssystems verringern, selbst wenn das richtige Produkt ausgewählt wurde.
Zu den häufigen Problemen gehören:
- Verwendung des falschen Bohrerdurchmessers
- Bohren auf eine falsche Tiefe
- Unzureichende Bohrlochreinigung
- Montage eines Ankers in einem ungeeigneten Verankerungsgrund
- Unzureichende Verankerungstiefe
- Nichtbeachtung der Mindest-Randabstände oder Achsabstände
- Falsches Anzugsdrehmoment
- Belastung eines Verbundankers vor vollständiger Aushärtung
- Verwendung eines Ankers außerhalb der Bedingungen seiner Zulassung
Das Befolgen der produktspezifischen Montageanweisungen ist einer der wichtigsten Schritte, um die vorgesehene Leistungsfähigkeit des Ankers zu erreichen.
Anker in gerissenem Beton montieren
Wenn Anker in Betonbereichen installiert werden, in denen Risse entstehen können, muss die ausgewählte Befestigung, sofern erforderlich, für gerissenen Beton geeignet sein.
Eine korrekte Montage bleibt entscheidend, da der Anker in der Lage sein muss, seine bewertete Leistungsfähigkeit unter den Bedingungen zu erreichen, für die er zugelassen wurde.
Die Eignung für gerissenen Beton darf nicht mit einer Erdbebenzulassung verwechselt werden. Wenn seismische Leistungsfähigkeit erforderlich ist, muss der Anker über die entsprechende Bewertung für diese Anwendung verfügen.
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Wie die Montage die Tragfähigkeit eines Ankers beeinflusst
Der Widerstand eines Ankers basiert auf definierten Montage- und Anwendungsbedingungen. Änderungen der Verankerungstiefe, der Achsabstände, des Randabstands oder der Montagequalität können daher den verfügbaren Widerstand beeinflussen.
Bei konstruktiven Anwendungen sollte die Montagegeometrie zusammen mit folgenden Faktoren betrachtet werden:
- Zug- und Querlasten
- Kombinierte Belastung
- Betonfestigkeit
- Gerissener oder ungerissener Beton
- Achsabstände der Anker
- Randabstände
- Bauteildicke
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Verankerung vor der Montage bemessen
Bei konstruktiven Anwendungen sollte die Verankerungsanordnung vor Beginn der Montage bewertet werden. Dies ist insbesondere bei Verbindungen mit mehreren Ankern, hohen Lasten, eingeschränkten Randabständen oder Anwendungen in gerissenem Beton wichtig.
Der Fabory Anchor Calculator unterstützt Sie bei der Bemessung nachträglich installierter Anker für konstruktive Anwendungen in Beton gemäß EN 1992-4.
Verwenden Sie den Rechner, um:
- Zug- und Querlasten zu bewerten
- Kombinierte Belastungszustände zu berechnen
- Gerissenen und ungerissenen Beton zu berücksichtigen
- Achsabstände und Randabstände zu bewerten
- Ankerposition und -konfiguration zu berücksichtigen
- Brand- und seismische Bedingungen zu bewerten, sofern zutreffend
- Berechnungsberichte für die Projektdokumentation zu erstellen
Fabory Anchor Calculator verwenden >
EN 1992-4, ETA und Montageanforderungen
Für nachträglich installierte konstruktive Befestigungen in Beton in Europa bietet EN 1992-4 den Bemessungsrahmen, der zusammen mit den Leistungsdaten des ausgewählten Verankerungssystems verwendet wird.
Die relevante Europäische Technische Bewertung (ETA) kann Bedingungen festlegen, darunter:
- Geeignete Verankerungsgründe
- Betonfestigkeitsklassen
- Gerissener oder ungerissener Beton
- Ankerabmessungen
- Verankerungstiefen
- Mindest-Randabstände und Mindest-Achsabstände
- Bauteildicke
- Montageverfahren
- Zulässige Belastungsbedingungen
Die Montageanweisungen für das jeweilige Produkt sind Bestandteil der Voraussetzungen zum Erreichen der bewerteten Leistungsfähigkeit und sollten daher während der gesamten Montage beachtet werden.
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Benötigen Sie Unterstützung bei einer Verankerungsanwendung?
Die Ankermontage kann komplexer werden, wenn konstruktive Lasten, mehrere Anker, eingeschränkte Randabstände, Verbundanker oder zusätzliche Brand- oder Erdbebenanforderungen berücksichtigt werden müssen.
Die technischen Spezialisten von Fabory können Sie bei der Bewertung der Anwendungsanforderungen unterstützen und eine geeignete Verankerungslösung identifizieren.
Unsere technischen Spezialisten kontaktieren >
Häufig gestellte Fragen zur Ankermontage
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Montagearten, Bohren, Montagedrehmoment und Aushärtung chemischer Anker.
Welche sind die wichtigsten Montagearten für einen Anker?
Drei gängige Montagearten sind Vorsteckmontage, Durchsteckmontage und Abstandsmontage. Die geeignete Methode hängt vom Verankerungssystem, der Geometrie des Anbauteils und der Anwendung ab. Nicht jeder Anker ist für jede Montageart geeignet. Daher sollte die relevante Produktdokumentation geprüft werden.
Was ist eine Durchsteckmontage?
Bei der Durchsteckmontage wird zuerst das Anbauteil positioniert und anschließend der Anker durch das Anbauteil hindurch in den Verankerungsgrund montiert. Der Anker muss lang genug sein, um die Dicke des Anbauteils aufzunehmen und gleichzeitig die erforderliche Verankerungstiefe zu gewährleisten.
Warum muss das Bohrloch für einen Anker gereinigt werden?
Bohrstaub und Bohrreste können die Ankermontage und Lastübertragung beeinträchtigen. Die Bohrlochreinigung ist insbesondere bei chemischen Ankern wichtig, da das Verbundmaterial einen wirksamen Kontakt mit der Bohrlochwand benötigt. Das für das jeweilige Verankerungssystem vorgeschriebene Reinigungsverfahren sollte eingehalten werden.
Mit welchem Drehmoment sollte ein Betonanker angezogen werden?
Es gibt kein universelles Anzugsdrehmoment für Betonanker. Wenn ein bestimmtes Montagedrehmoment erforderlich ist, sollte der in der Produktdokumentation angegebene Wert mit geeignetem Werkzeug angewendet werden. Falsches Anziehen kann die vorgesehene Leistungsfähigkeit bestimmter Verankerungssysteme beeinträchtigen.
Wie lange muss ein chemischer Anker vor der Belastung aushärten?
Die Aushärtezeit hängt vom jeweiligen chemischen Verankerungssystem und von der Temperatur des Verankerungsgrunds ab. Die in den Montageanweisungen des Produkts angegebene Aushärtezeit sollte vollständig eingehalten werden, bevor die Verankerung belastet wird.
Kann der Fabory Anchor Calculator vor der Ankermontage unterstützen?
Ja. Mit dem Fabory Anchor Calculator können die Verankerungsgeometrie und die aufgebrachten Lasten vor der Montage bewertet werden, sodass geeignete nachträglich installierte Anker für konstruktive Anwendungen in Beton gemäß EN 1992-4 identifiziert werden können.