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Verankerungsgründe – Beton, Mauerwerk und Hohlbaustoffe

Der Verankerungsgrund ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Auswahl eines Ankers. Beton, Mauerwerk, Hohlbaustoffe und leichte Untergründe verhalten sich unter Belastung unterschiedlich und erfordern Verankerungssysteme, die für ihre jeweiligen Eigenschaften geeignet sind.

Das Verständnis der Festigkeit, Struktur und Beschaffenheit des Materials, in dem befestigt werden soll, hilft dabei zu bestimmen, welche Ankerarten verwendet werden können und wie die Befestigung bemessen und montiert werden muss.

Warum der Verankerungsgrund wichtig ist

Ein Anker überträgt Kräfte vom befestigten Bauteil in den umgebenden Verankerungsgrund. Die Festigkeit und das Verhalten dieses Materials haben daher direkten Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Verankerung.

Wichtige Faktoren können sein:

  • Art des Verankerungsgrunds
  • Materialfestigkeit
  • Massive oder hohle Bauweise
  • Betonfestigkeitsklasse
  • Gerissener oder ungerissener Beton
  • Dicke des Verankerungsgrunds
  • Zustand und Qualität des Untergrunds
  • Randabstände und verfügbare Verankerungstiefe

Derselbe Anker kann sehr unterschiedliche Leistungen erbringen, wenn er in verschiedenen Materialien oder unter unterschiedlichen Anwendungsbedingungen installiert wird.

Häufige Verankerungsgründe

Die folgenden Kategorien geben einen Überblick über einige der häufigsten Materialien, die bei Verankerungsanwendungen vorkommen.

Beton

Beton wird häufig für konstruktive Verankerungen eingesetzt und eignet sich für eine große Bandbreite mechanischer und chemischer Verankerungssysteme.

Die Auswahl des Ankers hängt unter anderem von der Betonfestigkeit, der Rissbildung, dem Randabstand, dem Achsabstand und der Verankerungstiefe ab.

Vollmauerwerk

Vollziegel und andere dichte Mauerwerksmaterialien können einen geeigneten Verankerungsgrund für verschiedene Befestigungssysteme darstellen.

Die Leistungsfähigkeit hängt von der Festigkeit und dem Zustand des Mauerwerks sowie von der Ankerart und der Montagemethode ab.

Hohl- und Leichtbaustoffe

Lochmauerwerk, Leichtbausteine und andere Materialien mit geringer Dichte erfordern besondere Aufmerksamkeit, da sich ihr Lastübertragungsverhalten deutlich von dem von massivem Beton unterscheidet.

Je nach Untergrund und Anwendung können spezielle Anker oder Befestigungssysteme erforderlich sein.

Verankerung in Beton

Beton gehört zu den häufigsten Verankerungsgründen für konstruktive Anwendungen. Sowohl mechanische als auch chemische Anker können verwendet werden, sofern das ausgewählte System für den Zustand des Betons und die geltenden Bemessungsanforderungen geeignet ist.

Die Betonfestigkeit beeinflusst den Widerstand der Verankerung. Auch weitere Faktoren wie Rissbildung, Randabstand, Achsabstand der Anker und Verankerungstiefe können einen erheblichen Einfluss haben.

Bei konstruktiven Anwendungen muss der Zustand des Betons als Bestandteil der Ankerbemessung berücksichtigt werden, anstatt davon auszugehen, dass sich jeder Beton gleich verhält.

Gerissenen und ungerissenen Beton verstehen >

Gerissener und ungerissener Beton

In Bereichen mit Zugspannungen können im Beton Risse entstehen. Diese Risse können sich während der Lebensdauer des Bauwerks öffnen und schließen und die Leistungsfähigkeit installierter Anker beeinflussen.

Wenn mit Rissbildung zu rechnen ist, muss der ausgewählte Anker für die Verwendung in gerissenem Beton zugelassen und bemessen sein. Bei einem Anker, der nur für ungerissenen Beton geeignet ist, darf nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass er in gerissenem Beton die gleiche Leistung erbringt.

Mehr über gerissenen und ungerissenen Beton erfahren >

Verankerung in Vollmauerwerk

Vollmauerwerk kann Materialien wie Vollziegel aus Ton, dichte Betonsteine und Naturstein umfassen. Diese Materialien unterscheiden sich erheblich in Festigkeit und Zusammensetzung. Daher sollte nicht davon ausgegangen werden, dass ein Anker in allen Mauerwerksarten die gleiche Leistung erbringt.

Je nach Anwendung können mechanische Anker, Dübel, Schrauben oder chemische Verankerungssysteme geeignete Lösungen darstellen.

Besondere Aufmerksamkeit sollte dem Zustand des Mauerwerks, der Lage der Mörtelfugen, den Randabständen und der technischen Zulassung der ausgewählten Befestigung gelten.

Verankerung in Lochmauerwerk

Lochziegel und Hohlblocksteine enthalten Hohlräume, wodurch weniger massives Material zur Lastübertragung zur Verfügung steht. Herkömmliche Spreizanker können sich daher anders verhalten als in massivem Beton oder Vollmauerwerk.

Speziell für Hohlbaustoffe entwickelte Befestigungssysteme können Lasten effektiver verteilen oder eine sichere Verbindung im verfügbaren Material herstellen.

Chemische Verankerungssysteme in Verbindung mit geeigneten Siebhülsen können abhängig von der Produktzulassung und dem Untergrund ebenfalls für bestimmte Anwendungen geeignet sein.

Verankerung in Leichtbaustoffen

Leichtbausteine und Porenbeton weisen im Allgemeinen eine geringere Dichte und Festigkeit als Standardbeton oder dichtes Mauerwerk auf. Dies beeinflusst die Art und Weise, wie Lasten in den Untergrund übertragen werden können.

Anker für diese Materialien nutzen typischerweise eine größere Wirkfläche oder ein Befestigungsprinzip, das speziell für Untergründe mit geringerer Festigkeit entwickelt wurde.

Prüfen Sie immer, ob der ausgewählte Anker für den jeweiligen Verankerungsgrund geprüft oder zugelassen ist.

Was ist zu tun, wenn der Verankerungsgrund unbekannt ist?

Wenn das Material nicht sicher identifiziert werden kann, sollte ein Anker nicht allein aufgrund des äußeren Erscheinungsbilds ausgewählt werden. Unterschiedliche Steine und Mauerwerksprodukte können ähnlich aussehen, aber sehr unterschiedliche Festigkeiten und innere Strukturen aufweisen.

Falls erforderlich, sollte das Baumaterial anhand von Projektdokumentationen, Produktinformationen oder einer geeigneten Untersuchung vor Ort identifiziert werden, bevor die Verankerungslösung festgelegt wird.

Bei kritischen Anwendungen können auch Prüfungen vor Ort erforderlich sein, wenn sich der tatsächliche Zustand des Untergrunds nicht allein anhand der Dokumentation bestimmen lässt.

Wie der Verankerungsgrund das Versagen von Ankern beeinflusst

Unterschiedliche Verankerungsgründe können zu unterschiedlichen möglichen Versagensarten führen. Bei Beton kann der Widerstand durch Stahlversagen, Herausziehen, Betonkegelausbruch, Spalten oder Betonkantenbruch bestimmt werden.

Bei Mauerwerk und Leichtbaustoffen kann das Versagen zusätzlich durch Festigkeit und Geometrie einzelner Steine, Hohlräume, Mörtelfugen und lokale Beschädigungen im Bereich der Befestigung beeinflusst werden.

Das Verankerungssystem muss daher immer als Kombination aus dem Anker und dem Material betrachtet werden, in dem er installiert ist.

Mehr über Ankerlasten und Versagensarten erfahren >

Auch die Montagebedingungen sind wichtig

Selbst wenn der richtige Anker und Verankerungsgrund identifiziert wurden, können die Montagebedingungen einen erheblichen Einfluss auf die Leistung haben.

Faktoren wie Bohrverfahren, Bohrlochdurchmesser, Bohrlochreinigung, Verankerungstiefe, Randabstand, Achsabstand der Anker und das Anzugsverfahren sollten den jeweiligen Produktanweisungen und der entsprechenden Zulassung entsprechen.

Bedingungen für Verankerungen entdecken >

Konstruktive Anker in Beton berechnen

Bei konstruktiven Befestigungen in Beton ist die Auswahl des richtigen Verankerungsgrunds nur ein Teil des Bemessungsprozesses. Auch die aufgebrachten Lasten, der Zustand des Betons, die Achsabstände der Anker, Randabstände, Verankerungstiefe und mögliche Versagensarten müssen berücksichtigt werden.

Der Fabory Anchor Calculator unterstützt Sie bei der Bemessung nachträglich installierter Anker für konstruktive Anwendungen in Beton gemäß EN 1992-4. Geben Sie die Beton- und Projektbedingungen ein, um geeignete Verankerungslösungen zu identifizieren und die relevanten Bemessungsanforderungen zu bewerten.

  • Nachträglich installierte Anker gemäß EN 1992-4 bemessen
  • Berechnungen für unterschiedliche Betonfestigkeiten durchführen
  • Gerissenen und ungerissenen Beton bewerten
  • Achsabstände der Anker und Randabstände berücksichtigen
  • Bemessungsbedingungen für Brand- und Erdbebenfälle bewerten
  • Berechnungsberichte für die Projektdokumentation erstellen

Fabory Anchor Calculator verwenden >

Zulassungen und technische Dokumentation

Die Eignung eines Ankers sollte immer anhand der technischen Dokumentation und Zulassung des ausgewählten Produkts überprüft werden.

Für konstruktive, nachträglich installierte Anker in Beton in Europa werden produktspezifische Leistungsdaten und Anwendungsbedingungen üblicherweise in der relevanten Europäischen Technischen Bewertung (ETA) festgelegt, während EN 1992-4 den Bemessungsrahmen vorgibt.

Bei Mauerwerk und anderen Untergründen ist zu prüfen, ob die Produktzulassung das jeweilige Material und die betreffenden Montagebedingungen ausdrücklich abdeckt.

Weitere technische Informationen zur Verankerung entdecken

Entdecken Sie weitere technische Informationen von Fabory zum Thema Verankerung:

Benötigen Sie Hilfe bei der Auswahl eines Ankers für Ihren Verankerungsgrund?

Die Auswahl der richtigen Befestigung kann komplexer werden, wenn der Untergrund ungewöhnlich ist, seine Festigkeit nicht sicher bekannt ist oder die Anwendung konstruktive Lasten umfasst. Die technischen Spezialisten von Fabory können Sie dabei unterstützen, den Verankerungsgrund und die Anforderungen der Anwendung zu beurteilen und geeignete Verankerungslösungen zu identifizieren.

Unsere technischen Spezialisten kontaktieren >

Häufig gestellte Fragen zu Verankerungsgründen

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Beton, Mauerwerk, Hohlbaustoffen und zur Auswahl von Ankern für unterschiedliche Untergründe.

Warum ist der Verankerungsgrund bei der Auswahl eines Ankers wichtig?

Der Anker überträgt die Last in den umgebenden Verankerungsgrund. Festigkeit, Struktur und Zustand dieses Materials haben daher direkten Einfluss auf die Leistung des Ankers. Unterschiedliche Materialien können unterschiedliche Ankerarten, Montagemethoden und Bemessungsansätze erfordern.

Kann derselbe Anker in Beton und Mauerwerk verwendet werden?

Nicht unbedingt. Ein für Beton geeigneter Anker ist möglicherweise nicht für Mauerwerk zugelassen oder geeignet. Prüfen Sie immer die technische Dokumentation und Produktzulassung, um festzustellen, für welche Verankerungsgründe der Anker verwendet werden kann.

Können Anker in Lochmauerwerk installiert werden?

Ja, das Befestigungssystem muss jedoch für Hohlbaustoffe geeignet sein. Je nach Anwendung können hierfür spezielle mechanische Befestigungen oder chemische Verankerungssysteme mit geeigneten Siebhülsen erforderlich sein.

Wie beeinflusst die Betonfestigkeit die Leistung eines Ankers?

Die Betonfestigkeit kann den Widerstand einer Verankerung beeinflussen, da der umgebende Beton Teil des Lastübertragungssystems ist. Die Leistung eines Ankers wird zudem durch Faktoren wie Rissbildung, Verankerungstiefe, Randabstand und Achsabstand der Anker beeinflusst.

Kann der Fabory Anchor Calculator unterschiedliche Betonzustände berücksichtigen?

Ja. Der Fabory Anchor Calculator unterstützt unterschiedliche Betonfestigkeiten sowie gerissenen und ungerissenen Beton bei der Bemessung nachträglich installierter konstruktiver Anker gemäß EN 1992-4.

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