Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM): Was Kunden und Importeure wissen müssen
Ab dem 1. Januar 2026 ist der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) von einer Meldepflicht zu einer vollständigen Zahlungspflicht übergegangen. Das bedeutet, dass Importeure bestimmter Produkte, einschließlich Verbindungselemente, nicht nur Emissionen melden, sondern auch CBAM-Zertifikate erwerben und abgeben müssen.
CBAM führt damit eine verpflichtende europäische CO₂-bezogene Abgabe auf bestimmte importierte Waren ein.
Was ist CBAM?
CBAM ist ein europäischer Regulierungsmechanismus, der darauf abzielt, die CO₂-Bepreisung innerhalb und außerhalb der EU anzugleichen. Ziel ist es, unfairen Wettbewerb zu verhindern, wenn die Produktion in Ländern mit weniger strengen Klimavorschriften erfolgt.
Der Mechanismus erhebt eine CO₂-bezogene Abgabe auf in die EU importierte Waren, basierend auf den eingebetteten CO₂-Emissionen, die während der Produktion entstehen.
Innerhalb der Kategorie Verbindungselemente entsteht der Großteil dieser Emissionen bei der Stahlherstellung, wie z. B. beim Schmelzen und Walzen. Werden Stahl oder fertige Verbindungselemente außerhalb der EU produziert, fallen diese Emissionen in den Anwendungsbereich des CBAM.
CBAM gilt daher für alle EU-Importeure, die Verbindungselemente von außerhalb der EU beziehen.
Was ändert sich ab 2026?
Während der Übergangsphase (2023–2025) galt lediglich eine Meldepflicht. Ab dem 1. Januar 2026 gilt zusätzlich eine Zahlungspflicht.
EU-Importeure sind verpflichtet:
- Die eingebetteten Emissionen der importierten Waren zu berechnen
- CBAM-Zertifikate auf Grundlage dieser Emissionen zu erwerben
- Die Zertifikate jährlich abzugeben
- Eine jährliche CBAM-Erklärung gemäß der EU-Methodik einzureichen
- Standardwerte anzuwenden, sofern keine verifizierten Emissionsdaten verfügbar sind
CBAM wird somit zu einem strukturellen Kostenbestandteil innerhalb der Importlieferkette.
Die zu zahlende Abgabe wird bis 2034 schrittweise ansteigen, parallel zum Auslaufen der kostenlosen Zuteilungen im Rahmen des EU Emissions Trading System (EU ETS).
CBAM ist eine gesetzliche EU-Verpflichtung, die für alle Importeure betroffener Produkte gilt. Es handelt sich nicht um einen freiwilligen Zuschlag und ist nicht spezifisch für Fabory: Der Rahmen gilt branchenweit.
Was passiert bei Nichteinhaltung?
CBAM wird im Rahmen der EU-Gesetzgebung durchgesetzt und über Zoll- und Meldesysteme überwacht.
Eine Nichteinhaltung kann zu folgenden Konsequenzen führen:
- Finanziellen Sanktionen
- Verwaltungsrechtlichen Maßnahmen
- Erhöhter behördlicher Kontrolle
- Beschränkungen der Importtätigkeit
CBAM-Verpflichtungen können nicht durch eine Umstrukturierung von Lieferketten oder den Wechsel von Handelsgesellschaften umgangen werden. Die Verantwortung verbleibt beim EU-Importeur.
Warum dies für die Verbindungselementeindustrie relevant ist
Ein erheblicher Anteil der weltweiten Produktion von Verbindungselementen sowie der zugrunde liegenden Stahlherstellung findet außerhalb der EU statt. CBAM stellt daher eine strukturelle Veränderung des regulatorischen Rahmens der Branche dar.
Die Auswirkungen sind sowohl finanzieller als auch administrativer Natur. Die Erhebung von Emissionsdaten, die Einbindung von Lieferanten, die korrekte Produktklassifizierung, das Management von Zertifikaten und die Einhaltung der Meldepflichten erfordern strukturierte interne Prozesse und klare Zuständigkeiten.
Importeure von Verbindungselementen müssen verfügen über:
- Zuverlässige und überprüfbare Emissionsdaten
- Ordnungsgemäß eingerichtete Verwaltungs- und Meldesysteme
- Die erforderliche CBAM-Genehmigung
- Klare interne Compliance-Prozesse
Ein professionelles und rechtzeitiges Vorgehen ist entscheidend, um Risiken, Verzögerungen und Sanktionen zu vermeiden.
Der Ansatz von Fabory
Fabory ist vollständig auf die Umsetzung des CBAM vorbereitet und hat die erforderlichen Genehmigungen sowie eine Governance-Struktur eingerichtet, um allen regulatorischen Verpflichtungen nachzukommen.
Unser Ansatz umfasst:
- Offizielle CBAM-Genehmigung
- Aktive Einbindung von Lieferanten zur Beschaffung von Emissionsdaten
- Präzise Produktklassifizierung und vollständige Dokumentation
- Anwendung EU-konformer Berechnungsmethoden
- Transparente Kommunikation hinsichtlich der Auswirkungen auf Kosten- und Preisstrukturen
Wir bieten unseren Kunden Kontinuität, Compliance-Sicherheit und Planbarkeit in einem sich verändernden regulatorischen Umfeld.
CBAM verändert grundlegend, wie der Import stahlbezogener Produkte reguliert und bepreist wird. Sorgfältige Vorbereitung und eine solide Governance sind unerlässlich.
Möchten Sie verstehen, was CBAM für Ihre Lieferkette oder Ihre zukünftige Preisstruktur bedeutet? Bitte kontaktieren Sie Ihren Fabory-Ansprechpartner.